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Feierliche Umrahmung bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in Wernigerode


bei Ehrung:
Dr. Rainer Daubenbüchel, Wolfgang Neumann und Peter Namuth (von rechts)
Peter Namuth
Wolfgang Neumann

Bundesverdienstkreuz für Engagement bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Mitglieder der Selbstverwaltung von Zucker-Berufsgenossenschaft mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Wolfgang Neumann aus Wesendorf (Kreis Gifhorn) und Peter Namuth (Hornburg/Kreis Wolfenbüttel) wurden für ihren ehrenamtlichen Einsatz für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Zucker-Berufsgenossenschaft (ZBG) geehrt. In Wernigerode (Harz) verlieh der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Dr. Daubenbüchel, im Namen des Bundespräsidenten an beide das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Die Vorstandsvorsitzenden der ZBG, Wolfgang Wiesener und Günter Jakobiak sowie Dr. Daubenbüchel lobten Neumann und Namuth als unermüdliche Verfechter des Präventionsgedankens.
Wolfgang Neumann gehörte seit 1978 dem Vorstand der ZBG als stellvertretendes Mitglied, seit 1984 als ordentliches Mitglied und seit 1993 bis 2002 als dessen alternierender Vorsitzender an.
In diesen Funktionen hat Neumann entscheidend dazu beigetragen, dass das Unfallgeschehen zunächst in den Betrieben der Nordzucker AG deutlich reduziert werden konnte. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass das Unfallgeschehen in den Unternehmen transparenter wurde und dadurch wertvolle Hinweise für präventive Ansatzpunkte gewonnen werden konnten.

Sein Einsatz für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz kann als konsequent, unermüdlich und unbeirrbar bezeichnet werden. Er mahnte konsequent die Einführung solcher Komponenten des Arbeitsschutzes in die eigene Unternehmensstruktur an, von deren Effizienz er sich zuvor in anderen Betrieben außerhalb des eigenen Konzerns hatte überzeugen können. Dabei behauptete er sich nicht nur gegen vereinzelt vorhandenen Widerstand der betrieblichen Führung, sondern ließ sich auch durch gegenläufige Strömungen im eigenen Kollegenkreis nicht beirren. Neumann hat im Gesundheitsschutz Maßstäbe geschaffen, die mittlerweile in der gesamten Zuckerindustrie vorherrschen.

Peter Namuth gehörte seit 1973 der Vertreterversammlung der ZBG als stellvertretendes und seit 1975 als ordentliches Mitglied an. 1988 übernahm er den alternierenden Vorsitz der Vertreterversammlung. Schließlich war Namuth von 1993 bis 1999 ordentliches Mitglied des Vorstandes.

Peter Namuth hat wesentlich dazu beigetragen, dass die ZBG 1990 der Verwaltungsgemeinschaft der Lederindustrie-Berufsgenossenschaft und der Papiermacher-Berufsgenossenschaft beigetreten und in diese erfolgreich integriert worden ist. Nur auf diese Weise konnten spezifische Gefahrenbereiche der Zuckerindustrie mit der erforderlichen Eigenständigkeit in der Prävention in Angriff genommen werden.

Im Vordergrund seines Wirkens stand die Bewahrung der Eigenständigkeit der ZBG. Ohne seinen aktiven Einsatz könnte die Zuckerindustrie heute nicht die Früchte der geleisteten Präventionsarbeit ernten. Massive Anstrengungen im Bereich der Prävention führten zu beachtlichen Erfolgen beim Rückgang der Unfallzahlen und haben die ZBG im Verbund mit den beiden anderen Berufsgenossenschaften in der Verwaltungsgemeinschaft zu einer modernen, zukunftsfähigen Berufsgenossenschaft gemacht.
Namuth war es, der Initiativen aus anderen Konzernen der Zuckerindustrie auf die Nordzucker AG übertragen und als Vorstandsmitglied mit dem Ressort "Personalwesen und Soziales" umsetzte. Er hat entscheidend an der Umsetzung einer Verschärfung des Zuschlags- und Nachlassverfahrens in der Zucker-Berufsgenossenschaft mitgewirkt, welches neben der nachhaltigen Präventionsarbeit dem Arbeitsschutz in der Branche einen bedeutenden Schub verliehen hat.

Zum Abschluss seiner Ausführungen sprach sich der Präsident des Bundesversicherungsamtes uneingeschränkt für die Eigenständigkeit der kleinsten aller gewerblichen Berufsgenossenschaften aus. Der klare Branchenbezug sei einer der bedeutenden Faktoren, die die Zucker-BG zu einer der erfolgreichsten in puncto Arbeitssicherheit gemacht habe. Schließlich habe die ZBG eine der geringsten Unfallquoten und die finanzielle Situation sei durch die Verwaltungsgemeinschaft mit der Lederindustrie- und der Papiermacher-BG fest im Griff. Möglichen Fusionsgedanken erteilte er eine klare Absage, wofür ihm der Applaus der anwesenden Gäste sicher war.

Seit 1992 sind die meldepflichtigen Arbeitsunfälle in den bei der ZBG versicherten Betriebe von 65 je 1.000 Vollarbeiter im Jahre 2002 auf 12 Arbeitsunfälle reduziert worden. Der Durchschnitt der Unfallhäufigkeit pro Tausend lag bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften bei 32 im Jahr 2002.